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Letzte Aktualisierung 30. Juni 2019

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Trauriger Sonntag

In den letzten 12 Monaten musste sich der 1. FC Nagel von zahlreichen wertvollen Vereinsgefährten für immer verabschieden. Aber kein menschlicher Verlust traf uns so gnadenlos und unmittelbar wie der unbegreiflich jähe Tod unseres treuen, hochverdienten und unersetzlichen Mitstreiters Markus Hilpert am 24. September 2017.

Am 10. Mai 1974, im Alter von 10 Jahren, trat Markus in unseren Verein ein. Theo Bauer, seinerzeit ein junger Sportlehrer, war – neben Vater Hans natürlich - einer der ersten, dem die fußballerische Begabung des jungen Markus auffiel.Mit Bravour durchlief das Stürmertalent alle Altersklassen der Nageler Fußballjugend. Aufgrund seines Könnens wurde er bereits mit 17 Jahren für die Herrenmannschaft nominiert, der er über ein Vierteljahrhundert als Spieler treu blieb.


Der legendäre Aufstieg unserer 1. Mannschaft in den 80-er Jahren, d.h. der direkte Durchmarsch von der C- in die B- und anschließend in die A-Klasse und sodann in die Bezirksliga, wäre ohne Markus nicht denkbar gewesen.

Spieler, Trainer und Förderer


Als technisch versierter Linksaußen war Markus einer der gefährlichsten Torjäger, die unser Verein je hervorgebracht hat. Seine Freistöße lehrten die Gegner das Zittern. Ein Freistoß - von ihm in Reichweite des gegnerischen Tors getreten – war so viel wert wie bei anderen Schützen ein Elfmeter. Jeder zweite ein Treffer. „Bloß kein Foul“ riefen sich die Abwehrspieler der anderen Mannschaft zu, wenn Markus mit von der Partie war.

Gegenüber den zahlreichen Abwerbeversuchen höherklassiger Vereine blieb Markus zeitlebens immun. Auch finanzielle Verlockungen konnten ihn nicht dazu bewegen, dem 1. FC Nagel den Rücken zu kehren.Selbst nach dem Abstieg aus der Bezirksliga im Jahr 1991 blieb uns Markus treu. Angesichts der heutigen Legionärsmentalität sogar in unteren Ligen wirkt ein solcher Verzicht auf Karrierechancen, eine derartige unverbrüchliche Loyalität zum Heimatverein schon beinahe exotisch.

Nach Beendigung seiner aktiven Laufbahn als Fußballer versah Markus ab 2008 das Amt des Trainers unserer Herrenmannschaft. Aus Mangel an Spielern wurde daraus jedoch schon bald eine Funktion als Spielertrainer.

Weit über 1000 Spiele für den 1. FC Nagel hatten ihn bereits damals zur Ikone unseres Vereins gemacht. Im gesamten Kreis war er als Fußballer und als Sportkamerad geachtet.

Ab dem Jahr 2013 - nach fast vier Jahrzehnten Vereinsengagement – legte Markus erstmals eine verdiente Pause ein.Als Mitglied des Fördervereins „Fußballfeunde Nagel“ jedoch, der unseren Verein unauffällig, aber kollegial und wirksam unterstützt, blieb uns Markus Gott sei Dank auch weiterhin erhalten. Als wohlwollender Kommentator, als Schiedsrichter bei den Gemeinde-Fußballturnieren, als Spender - immer dort, wo er gebraucht wurde.

Unser Spielleiter

Es wäre nicht Markus Hilpert gewesen, wenn er sich  nicht im vergangenen Jahr, als eine Reorganisation unseres Vereins anstand, dem Ruf angeschlossen hätte, an verantwortlicher Stelle wieder mit in das Vereinsgeschehen einzugreifen. Als Spielleiter unserer Herrenmannschaft war er von Anfang an bereit, den Aufbruch mitzugestalten.


Als neuer Vorstand ohne interne Vereinserfahrung war ich sehr dankbar, dass ein Mensch und Fußballfachmann mit Format wie Markus diesen Neustart unterstützt hat. Mit Markus stand uns bis zu seinem letzten Lebenstag die Idealbesetzung für diese Schlüsselaufgabe zur Verfügung.

Mannschaft, Trainer, Betreuer und Spielleiter fanden schnell zueinander und arbeiteten harmonisch und vertrauensvoll zusammen. Mit Genugtuung denke ich an die letzte Besprechung mit Markus fünf Tage vor seinem Ableben, als wir im Kreis der Mannschaftsführung neue Strategien für den sportlichen Erfolg entwickelt haben.Umso tiefer sitzt nun der Schock bei uns allen, besonders aber bei unseren Spielern, unseren Betreuern und bei unserem Trainer. Sie sahen Markus so, wie es sein soll: als IHREN Spielleiter.


Die Söhne Markus und Christian

An dieser Stelle spätestens kommen die beiden Söhne von Markus ins Spiel, Markus jun. und Christian. Bei den Genen des Vaters und seiner persönlichen Anleitung überrascht es nicht, dass aus den beiden eben-falls hervorragende Fußballer wurden. Genau wie der Vater sind sie beim 1. FC Nagel groß ge-worden, ihm durch dick und dünn treu geblieben und zu Stützpfeilern unserer 1. Mannschaft geworden – geistig, menschlich und natürlich fußballerisch. Das Rührende aber ist, dass Markus jun. und Christian auch die Auslöser des Neuanfangs sind und dass es nun ihrer Initiative zu verdanken war, dass der Vater – der sie einst in den Verein eingeführt und über all die Jahre begleitet hat – 2016 wieder mit an Bord des Vereinsschiffes gekommen ist.


Markus war kein Schwärmer und kein Fantast. Neue Vorschläge hat er erst einmal mit klarem Verstand geprüft und gegebenenfalls kritisch hinterfragt. Er hat sich dem Neuen aber auch nicht verweigert, wenn es solide begründet war. Wir konnten deshalb auf einen erfolgversprechenden gemeinsamen Kurs einschwenken und haben uns auf die Vereinszukunft gefreut.

Unser Vermächtnis


Zu guter Letzt: Markus hat auch seiner Ehefrau Christina – gute Seele unseres Vereins und fleißige Saalmanagerin - bei ihrem zeitraubenden Einsatz für den 1. FC Nagel immer die Stange gehalten. Wir werden deshalb dich liebe Christina, dich lieber Markus und dich lieber Christian auf jede uns mögliche Weise unterstützen, damit ihr diesen schweren Schicksalsschlag überwinden könnt.

Den Eltern, den Geschwistern und allen Angehörigen und Freunden von Markus wünschen wir die Kraft, den Verlust dieses wert-ollen Gefährten so gut es geht zu überstehen. Wir werden so trainieren und spielen, wie unser größter Fußballenthusiast es sich gewünscht hätte. Wir werden den Verein als Ganzes so gestalten und weiterentwickeln, dass Markus stolz auf uns sein kann.

Eine allerletzte Sache noch. Unser neues Vereinsmotto lautet: „Ein Dorf. Ein Verein. Eine Leidenschaft.“  Markus hat es mit ausgesucht. Auf niemanden trifft es besser zu, als auf ihn. Nagel, der FC und der Fußball, das waren sein „Sein Dorf. Sein Verein. Seine Leidenschaft.“

Dieter Hager
1. Vorsitzender
Grabrede vom 28.09.2017