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Letzte Aktualisierung 13. Mai 2019

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Stützpunktverein für Sportintegration Ehrung DFB-Stiftung Egidius Braun Commerzbank-Pott 2017

Die Trauben hingen hoch. 184 bayerische Vereine hatten sich für den dies-jährigen Commerzbank-Pott Beworben. Erst im vergangenen Jahr gelang es dem FC Marktleuthen, die begehrte und mit 10.000 Euro dotierte Trophäe in die Region zu holen.

Und der Weg ins Finale ist das reinste Marathon: Kreisentscheid, vier-wöchiges Online-Voting und dann die Live-Präsentation vor einer hoch-karätigen Jury in der Commerzbank in München. Ein Wettbewerb, der sich über einen Zeitraum von fünf Monaten erstreckt!


Noch vor einem Jahr wäre eine Nageler Vereinsführung für verrückt erklärt worden, hätte sie sich ernsthaft Chancen bei diesem Wettbewerb ausgerechnet.

Die Mission beginnt

Und war es nicht tatsächlich reines Wunschdenken, sich mit den besten Vereinen im Kreis, im Bezirk und schließlich in ganz Bayern messen zu wollen?


Bereits zum sechsten Mal veranstaltet die Commerzbank AG in Partnerschaft mit dem Bayerischen Fußball-Verband den Commerzbank-Pott. Dabei handelt es sich um ein Förderprojekt, das Vereine mit nachhaltiger Vereins- und Jugendarbeit unterstützt. Alle bayerischen Amateur-Fußballvereine mit Jugendabteilung waren aufgerufen, sich zu bewerben und die Traumsumme zu gewinnen.


Nachdem sich unser Verein in den letzten 18 Monaten neu ausgerichtet und eine Reihe bemerkenswerter Verbesserungen auf den Weg gebracht hat, wurde bereits im Oktober 2016  - nach der Nachricht vom Erfolg Marktleuthens - das scheinbar Unmögliche ins Auge gefasst:


Der nächste Pott sollte nach Nagel gehen!

Die ersten beiden Etappen

Vom 01. bis zum 31. Juli ging es dann darum, sich in einem Online-Voting gegen unsere beiden oberfränkischen Mitbewerber zu behaupten. Wir starteten eine großangelegte Kampagne, um alle Mitglied-er, Fans und Sympathisanten zu einer täglichen (!) Abstimmung im Internet zu bewegen. Durch ständige Mundpropaganda, Nutzung der Sozialen Medien, Kontakt mit den Nachbarvereinen und einen Flyer wurde vier Wochen lang unablässig die Werbetrommel gerührt.

Vorbereitung auf das Finale

Von nun an hieß es, das eigene Selbstvertrauen zu stärken und die notwendigen Vorbereitungen für das Finale in München zu treffen. Es galt, gegen alle Zweifel an den Traum zu glauben, dass unser unbekannter Dorfverein sich als der bayernweit beste Bewerber um den Pott würde durchsetzen können!

Die Herausforderung war, sich von den sechs anderen Bezirkssiegern, die sich ebenfalls im Online-Voting durchgesetzt hatten, positiv abzuheben.

Allesamt gut etablierte Vereine, die ihre Qualität und Stärke bereits in den ersten Runden unter Beweis gestellt hatten wie z.B. die SpVgg Mögeldorf, die im Hinblick auf Standort und Größe in einer völlig anderen Liga spielt als der 1. FC Nagel.

Die Frage war also: was haben wir, was der SV Oberhaindlfing/Abens (Oberbayern), die SG Johannesbrunn/ Binabiburg (Niederbayern), der SSV Höchstädt (Schwaben), die SpVgg Schirmitz (Oberpfalz), die SpVgg Mögeldorf (Mittelfranken) und die DJK Traustadt e.V. (Unterfranken) nicht haben?

Am 15.09.2017 erging endgültig die Einladung zum großen Finale am 20.10.2017 in der Commerzbank in München. Zum einen war hierfür erneut eine umfassende Vereinspräsentation zu erstellen, die aufzeigt, dass der jeweilige Verein im Hinblick die genannten Kriterien den Preis auch tatsächlich  verdient hat.

Zum anderen musste der Bühnenauftritt vor der Jury und den anderen Teilnehmern geprobt  werden. Hier erwiesen sich Anna Kögler vom FC Marktleuthen, Lisa Scherm vom Bayerischen Landessportverband sowie Peter Oberle von der Commerzbank-Niederlassung in Wunsiedel als hervorragende Ratgeber.

Insbedondere unserem Commerzbank-Coach Peter Oberle ist es zu verdanken, dass wir bestens auf den Live-Auftritt und die Erwartungen der Jury einge-stellt waren.

Eine achtköpfige Delegation begleitete den 1. Vorsitzenden Dieter Hager als Präsentator nach München: Susanne Pöllmann, Heiko Schindler, Markus Hilpert, Benjamin Preiß, Johannes Malzer, Linus Hager sowie die beiden Flüchtlinge Adama Sene und Ali Ly.

Um 17:00 Uhr begann der offizielle Teil der Veranstaltung mit  Infor-mationen zum Ablauf.


Anschliessend startete der SSV Höchstädt aus Schwaben mit einer ansprechenden Präsentation die Vorstellungsrunde der Vereine.

Der 1. FC Nagel war als vierter Verein an der Reihe und konnte somit seinen eigenen Auftritt nochmals durch Beobachtung der vorherigen Vorträge optimieren.

Dieter Hager entschied sich, bei der Präsentation zunächst alleine auf der Bühne zu stehen.

Anschliessend gab es eine Fragerunde durch die vier Jurymitglieder:

Reinhold Baier – Vizepräsident des BFV

Jürgen Faltenbacher – Schatzmeister des BFV

Stefan Geib - Commerzbank Niederlassungsleiter München-Süd

Robert Hofberger – Commerzbank Koordinator Marktregion Süd

Der 1. FC Nagel auf der Bühne

Zu Fragerunde holte sich Dieter Hager weitere Mitstreiter zur Unterstützung auf das Podium. Die Jury war vor allem am Integrationstag 2016 und an der Neustrukturierung des Vereins interessiert.

Nach den Präsentationen fiel auf, dass der 1. FC Nagel den sachlichsten und gleichzeitig umfangreichsten Vortrag ablieferte.

Die anderen Vereine brillierten vielfach mit Einzelthemen und Bühnenperfo-mance, legten aber nicht immer höchsten Wert auf gezielte Argumentation.


Nach zwei Stunden durchgehend hochwertiger und amüsanter Vorträge, zog sich die vierköpfige Jury zur Entscheidungsfindung zurück.


Die Teilnehmer wurden in das Abendessen entlassen. Während sich die hungrigen Nageler ans reichhaltige Buffet begaben, welches von Schweinebraten bis zum Seelachs keine Wünsche offen ließ, fieberte Dieter Hager der Entscheidung entgegen und ließ das Buffet weitgehend unberührt.


Jury berät sich - Teilnehmer unter Hochspannung

Um 20:00 Uhr lud die Jury erneut in den Konferenzsaal zur Siegerehrung. Zunächst erhielten alle Mannschaften die Pokale und das Preisgeld von 1.000 Euro für den Bezirkssieg.


Die anschliessende Bekanntgabe des Siegers war der reinste Nervenkitzel für alle Kanditaten, denn vor der Verkündung wurde unter anderem noch die Jurybegründung ausgiebig zelebriert.


Beginnend mit „aussagekräftige Bewerbung“startete die Verlautbarung. Eine „authentische Präsentation“ war das nächste Juryurteil über den noch nicht verkündeten Sieger. Die ersten zwei Begründungen hätten wohl auf mehrere anwesenden Teams zugetroffen, doch mit dem Statement: „Mittelverwendung nachvollziehbar und realistisch“ verdichtete sich die Hoffnung, dass der FC Nagel der Sieger sein könnte. Als letztes folgte der wohl entscheidende Punkt: „Verein in kürzester Zeit neu aufgestellt“


Johannes Malzer sagte zu Linus Hager nach dem letzten Entscheidungskriterium: „Hey Linus, das sind doch wir oder?“ Doch bevor Linus Hager darauf antworten konnte, verkündete die pfiffige Moderatorin, dass der diesjährige Sieger der 1. FC Nagel ist.

Der Sieger wird verkündet

Es brachen alle Dämme und die mitgereisten Sportfreunde des 1. FC Nagel legten ihre stoische, oberfränkische Art ab und bejubelten den Sieg! Als erstes sprangen Ali und Adam von ihren Sitzen und umarmten ihre Kollegen, die neben ihnen saßen.


Bei seiner anschließenden emotionalen Dankesrede vergaß Dieter Hager nicht, die kameradschaftlichen Stellungnahmen anderer Vereine zu würdigen, z.B. des Kollegen aus Mögeldorf, der noch vor der Sieger-ehrung zu uns sagte: „Super Präsentation! Ich würde euch die 10.000.- Euro gönnen!“


Die nächsten Minuten vergingen wie im Flug. Zahlreiche Fotos wurden gemacht, Pressevertreter des BFV filmten die Siegertruppe und die anderen Vereine gratulierten dem 1. FC Nagel freundlich zum Sieg.


Peter Oberle, dessen Team bereits das zweite Mal in Folge den Pott holen konnte, musste ironische Bemerkungen der anderen Commerzbank-Coaches über sich ergehen lassen, wie z.B. „Gratulation…schon wieder!“oder „Ihr schon wieder!“

Um 21:30 Uhr trat der 1. FC Nagel die Heimreise an. Adam und Ali tru-gen die beiden Pokale durch die Münchener Innenstadt. Markus Hilpert gab den 10.000.- Euro-Scheck nicht mehr aus der Hand und wollte den Sieg des 1. FC Nagel zu Hause unbedingt noch feiern.

Der begeisterte Heiko Schindler verkündete ebenfalls sein Interesse an einer After-Commerzbank-Pott-Party mit der Bemerkung: „Ich bin für alle Schandtaten zu haben!“


Auch auf der Heimfahrt ließ die Euphorie kein Stück nach, keiner schlief während der Autofahrt, alle unterhielten sich über den Abend und darüber, dass die Jury den Neustart des 1. FC Nagel in dieser Weise honoriert hat.

Was hat nun insgesamt den Unterschied ausgemacht, der zum Erfolg im Finale geführt hat? Warum hat unser Verein den Zuschlag vor den sehr gut auf-gestellten und auftretenden Mitbewerbern bekommen? In einer Nachbesprechung meinte unser Commerzbank-Coach Peter Oberle dazu:


„Die Präsentation des ersten FC Nagel war nicht nur schlüssig und umfassend aufgebaut, sie wurde auch in der zur Verfügung stehenden Zeit von nur sieben Minuten komplett durchgezogen. Einen guten Eindruck hat es auch gemacht, dass zunächst eine Person auf der Bühne stand, in die anschliessende Fragerunde aber weitere Mitstreiter einbezogen wurden. Der 1. FC Nagel ist auch sehr authentisch aufgetreten. Von Integration wurde nicht nur gesprochen, sondern Flüchtlinge waren auch Teil der offiziellen Delegation.“


Unser Lob gilt einer erstklassigen Jury, die sich an klaren Kriterien und am Gesamtbild und nicht nur an der Bühnendarstellung orientiert hat. Location und Bewirtung waren „standesgemäß“.


Herzlichen Dank an alle Mitstreiter und Sympathisanten unseres Vereins, die durch ihr Engagement in allen Phasen des Wettbewerbs und durch ihren Glauben an den Erfolg diese Sensation möglich gemacht haben! (DH/LH)


Worauf es beim Pott ankam

Die erste Hürde war der Kreisentscheid.


Anhand einer schriftlichen Vereins-präsentation wurden die drei oberfrän-kischen Kreissieger ermittelt und am 28. Juni bekanntgegeben, darunter der 1. FC Nagel.

Bereits beim Kreisentscheid ging es darum nachzuweisen, dass unser Ver-ein bei den vier Hauptkriterien des Wettbewerbs Überdurchschnittliches zu bieten hat, nämlich im Hinblick auf Ehrenamtliches Engagement, Integra-tionsarbeit, Mittelverwendung und Sportlichkeit.


Mithilfe einer umgangreichen Präsentation unter dem Titel „Ein Verein erfindet sich neu. Rückblick auf ein Jahr Vereinsmanagement“ konnten wir uns auf Kreisebene durchsetzen.

Hier haben wir unsere fleißigen Ehrenamtler vorgestellt, unser Manage-mentkonzept aufgezeigt und die zahlreichen Projekte beschrieben, die seit dem Neustart in der Vereinsführung im Juni 2016 umgesetzt wurden.

Die anderen Mitstreiter diskutierten, ob der 1. FC Nagel eine Chance auf den Sieg hat.


Markus Hilpert schätzte die Wahrscheinlichkeit hierfür eher gering ein. Vor allem die Konkurrenz aus der Oberpfalz hatte einen guten Auftritt hingelegt und plausible Gründe für die Mittelverwendung vorgelegt.


Andererseits trat der 1. FC Nagel von allen Vereinen am lockersten auf, denn im Gegensatz zu unserer Truppe, welche mit Trainingsjacke und Jeans gekleidet war, erschien die Konkurrenz in Abendgarderobe mit Vereinshemd oder Vereinskrawatte.


Die Stimmung während der Warte-zeit auf das Juryurteil war wie vor der Veranstaltung eher von Skepsis geprägt.


Keiner wagte zu hoffen, dass der 1. FC Nagel den überdimensionalen 10.000.-Euro-Scheck mit nach Hause nehmen darf.

Am 02. August erhielten wird dann das Glückwunschschreiben des BFV mit folgendem  Voting-Ergebnnis für Oberfranken: 1. 1. FC Nagel 1952 e.V. 49%, 2. SV Frensdorf 1929 e.V. 29%, 3. SV Reitsch 21%.